Kloster Arnstein

Da das Kloster Arnstein in Ahlbach einen Hof und Land besaß hatten die Ahlbacher immer eine gute Beziehung an die Ordensbrüdern
| 1139 wandelte der junge und kinderlose
Graf Ludwig III., von den Ideen des Ordens begeistert, seine Burg
Arnstein an der Lahn in ein Prämonstratenser-Kloster um, das von
Chorherren aus Gottesgnaden an der Saale besiedelt wurde. Bis zu seinem
Tode lebte er selbst als Laienbruder im Kloster, während sich seine Frau
Guda von Baumburg in eine Klause in die unmittelbare Umgebung des
Klosters zurückzog. 1142 bestätigte Papst Innozenz II. und drei Jahre später Kaiser Konrad III. die Abtei als reichsunmittelbar. Die territorialgeschichtliche Bedeutung blieb jedoch gering; Hinweise, dass die Äbte sich in die Geschicke anderer Länder eingemischt hätten, bestehen nicht. Die Kirche wurde am 17. September 1208 nach etwa 40jähriger Bauzeit eingeweiht. Infolge zahlreicher Schenkungen gelangte das Kloster schnell zu hoher Blüte. Als die Fürsten von Nassau zum Protestantismus übertraten, gingen der Abtei Arnstein die in ihren Territorien gelegenen Besitzungen und Patronatsrechte verloren. Notgedrungen unterstellte man sich nun der Schutzherrschaft des Trierer Erzstiftes, was zur Folge hatte, dass der Kurfürst sich in die Belange der Abtei einmischen konnte. Trotz dieser Schwierigkeiten gelang es jedoch, die wirtschaftliche Kraft zu erhalten. Das änderte sich im Dreißigjährigen Krieg: Die Einnahmequellen des Klosters kamen fast völlig zum Versiegen und Arnstein selbst wurde mehrfach geplündert. Um die Wirtschaft wieder aufzubauen, mussten nach dem Krieg hohe Schulden aufgenommen werden, die immer drückender wurden. Hinzu kam die Misswirtschaft der Äbte und der Verfall der klösterlichen Diszplin. Während der Revolutionskriege 1795-1801 musste der Konevnt die Abteigebäude, die als Lazarett dienten, verlassen. 1803 erfolgte die Aufhebung des Klosters in der Säkularisation; 8 Chorherren lebten zu diesem Zeitpunkt noch in der Abtei. Nach verschiedenen kurzzeitigen Nutzungen übertrug der Bischof von Limburg die Abteigebäude im Jahre 1919 der "Ordensgemeinschaft von den Heiligsten Herzen Jesu und Mariä und der ewigen Anbetung". In Arnstein besteht seitdem der erste Konvent der Arnsteiner Patres auf deutschem Boden. Der gesamte Burgberg ist noch bebaut, nur wenige Gebäude wurden abgerissen. Die romanische Kirche erhielt um 1350 einen gotischen Chor und wurde gotisch eingewölbt. Aus dieser Zeit stammt auch das Chorgestühl, die meiste ünrige Ausstattung jedoch aus dem 18. Jahrhundert. Sehernswert ist noch der Fliesenfußboden aus dem Jahr 1210, der noch zum Teil erhalten ist. Im Südostturm war seit dem 12. Jahrhundert die Klosterbibliothek untergebracht. Das Refektorium, architektonisch einmalig, stammt aus dem Jahr 1174/1175. Schöne Räume bietet auch die Kellerei; außerdem ist die Ruine der alten Burgkapelle erhalten.
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