Die Wasserversorgung in Ahlbach

Für Menschen, Tiere und Pflanzen ist Wasser
lebensnotwendig. Deshalb versuchten sich die Menschen nahe an Quellen
niederzulassen. Am Fuße des Basaltberges (Käfernberges) sind Quellen
vorhanden, die heute durch die intensive Bebauung in den letzten 100
Jahren nicht mehr sichtbar sind. Die Gemarkungsbezeichnung "Ackerborn"
am Fuße des "Käfernberges" weist auf Wasservorkommen hin.
am Treffpunkt der Kirchestraße mit der
Vorderstrassetraße ist der "Puhl". Er ist heute eine überwölbte
Zisterne. Bis in die 30er Jahre war dort ein Wassertümpel, der von einer
Quelle gespeist wurde. Zum Wasser schöpfen führten uralte Treppenstufen
hinunter.
An der Ecke Kirchstrasse / Hinterstrasse /
Ziegelstrasse stand bis nach dem Zweiten Weltkrieg die "Milchpumpe". Sie
hatte deshalb den Namen "Milchpumpe" weil das Wasser im ersten
Augenblick etwas trübe war. Vor dem Haus Hinterstraße 16 war ein
Brunnen, der immer Wasser hatte. Im Keller des Hauses
Hinterstrassestraße 16 ist heute noch einen nur 1,20 m tiefer Brunnen,
der jetzt an den Abwasserkanal angeschlossen ist. Dorthin fließt - wenn
auch in geringen Mengen dauernd Quellwasser. Früher führte ein
Steinkanal das überfließende Wasser in den Brunnen der Häuser
Hinterstraße 14 und 12. Dieser Steinkanal war den Familien bekannt. Über
Jahrhunderte haben sich die Ahlbacher aus diesen Quellen und aus Brunnen
in den einzelnen Gehöften mit den notwendigen Wasser versorgt.

Brunnen an der Ecke Vorderstrasse - Bergstrasse Die Milchpumpe an der Ecke Hinterstrasse - Ziegelstrasse
In neuerer Zeit wurden zwei öffentliche Brunnen
gebaut. Im Quellgebiet " Ackerborn" wollte eine Brunnenstube
(Sammelbecken) angelegt und von da das Wasser zur tiefer gelegenen
Vorderstrasse geleitet. Vor dem Anwesen Vorderstraße 15, wo jetzt das
Wartehäuschen steht, wurde ein Brunnen mit zwei Tränkebecken errichtet.
Bis 1953 strömte auch hier in heißen Sommern immer reichlich Wasser.
Für den zweiten Brunnen wurde das Sammelbecken
im Bereich des Grundstückes Kirschstraße 1 nahet dem oben genannten "Puhl"
angelegt. Die Leitung führte durch die Gärten zur Hinterstrasse, wo vor
dem Haus Nr. 5 ebenfalls ein Brunnen mit zwei Tränkebecken errichtet
wurde. Dieser Brunnen war nicht so ergiebig, in heißen Sommern musste
man etwas länger warten, ist die Eimer gefüllt waren. dann wurde das
Schwätzchen etwas länger. Die Brunnen waren natürlich der unvermeidliche
Treffpunkt der Ahlbacher Bewohner. Dies führte neben anderen Gründen zu
einer Dorfgemeinschaft, die man jetzt künstlich zu beleben versucht. Die
Tränkebecken waren natürlich für die Tiere. Auch wurden Pferde und
andere Tiere regelmäßig zum Brunnen geführt. Gelegentlich kam auch
mal ein Pferd alleine vom nahe gelegenen Bauernhof zur Tränke. Während
der Alte Teil des Dorfes sich so oder durch eine eigenen Tiefbrunnen mit
Wasser versorgen konnte, fand sich in den später angelegten Straßen
durch widrige Bodenverhältnisse nicht genügend Wasser. Von den dort
wohnenden Familien musste das gesamte benötigte Wasser mit Eimern oft in
einer Entfernung von mehr als 200 Metern geholt werden. verschiedenen
Familien benutzten zum Transport ein Wasserfass auf einem Wägelchen. Von
der Arbeit heimkommen, gingen die Männer mit einem Holzjoch auf den
Schultern, an dem zwei Eimer hängten, zum Brunnen.
Brunnen in der Hinterstrasse
Deshalb wurde der bereits früher gehegte Wunsch
nach einer Wasserleitung wieder laut, als nach dem Zweiten Weltkrieg die
erste Not gelindert war. 1951 / 52 wurde die Quelle im Gemarkungsteil
"Kalter Born", die ganzjährig das kühle Naß spendete, gefasst. 1953 war
die Wasserleitung fertig, und man brauchte fortan nur den Hahn
aufzudrehen. Die beiden noch vorhandenen Brunnen wurden bald abgebaut,
den die Gemeindevertreter waren der Auffassung das viel Geld der
Gemeindekasse durch die Lappen gehen könnte wenn an den Brunnen mal ein
Fahrrad gewaschen oder ein Pferd seinen Durst löschen würde. ------
Schade ------. natürlich brauchte auch die Gemeinde die die Gebühren, um
den Schuldendienst zu leisten. Während früher mit dem Wasser mehr als
sparsam umgegangen wurde, vergrößerte sich der Verbrauch nunmehr
zusehends. Die munter sprudelnde Quelle reichte bald grade noch für den
üppigen Verbrauch. So musste 1960 unweit der Quelle eine tiefen
Bohrungen vorgenommen werden, Mann war fünfzig Meter tief bis auf den
dort beginnenden Kalkfelsen gegangen. Aus diesen tiefen Brunnen konnte
etwa die doppelte Menge an Wasser entnommen werden.
Zwischenzeitlich wurde fleißig gebaut. Während
natürlich die Neubauten mit Bad und WC ausgestattet waren, wurden nach
und nach auch in den alten Häusern Bäder und WC`s eingerichtet. Es
dauerte nicht lange, bis das Wasser wieder knapp wurde. 1972 wurde im
selben Bereich eine neue Tiefenbohrungen niedergebracht. Diesmal ging es
auf 100 Meter Tiefe. Dabei bohrte man im unteren Teil 51 Meter des
Kalkfelsen. Dabei stieß man auf einen reichliches Wasservorkommen, das
ist im Kalkfelsen fast schon ein Glücksfall. Gerade im Kalkfelsen fließt
das Wasser oft schneller durch Höhlen und Risse ab.
Der neue Ahlbacher Brunnen spendet bisher so
viel Wasser, dass sich die Bürger bis jetzt keine Sorgen zumachen
brauchen. Darüber hinaus ist es ein gutes und sehr schmackhaftes Wasser
jedoch auch sehr Kalk haltig und für Kaffeemaschinen usw. ein großer
Feind.
Abschließen sollte noch auf etwas aufmerksam
gemacht werden, was nur noch die älteren in unserem Dörfchen in
Erinnerung haben. im Ersten Weltkrieg wurde in der Gegend Phosphor und
Mangan in Bergwerken an der Gemarkungsgrenze zu Dehrn abgebaut. Links
der Bundesstraße 49 östlich des Ahlbacher Dreiecks wurden auch
Lagerstätten vermutet. Dort wurde ein Schacht in die Tiefe getrieben,
bis man auch Wasser stieß. Der Wasserzufluss war so stark, dass man
nicht weiter graben konnte, und mit den üblichen Pumpen keinen Erfolg
hatte. Es wurden Maschinen mit spezial Pumpen herangeschafft. Auch diese
konnten das einströmende Wasser nicht wegschaffen. dadurch entstand der
Name Maschinenschacht. Bis zur Landumlegung 1962 / 63 markierte einen
kleinen Hügel die Städte des Misserfolges. Vermutlich steht dieses
Wasser mit unserem heutigen Trinkwasserbrunnen in Verbindung. Der
Tiefenbrunnen liegt etwa 800 Meter Tal abwärts von
Maschinenschacht entfernt.
Der Kalkfelsen sieht sich in diesen ganzen
Bereich von Westen nach Südosten. Bei dem komplizierten Aufbau der
tieferen Bodenschichten unserer Gegend kann nicht festgestellt werden,
woher das Wasser unseres Brunnens stammt. Wir müssen dankbar sein, dass
wir genügend gutes und schmackhaftes Wasser haben.
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